Riester Rente

Inzwischen ist bekannt, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard zu sichern. Die eigene Vorsorge ist also gefragt. Mit Riester Verträgen können Sparer neben den eigenen Einzahlungen auch staatliche Zulagen und Steuervorteile in Anspruch nehmen. Inzwischen "riestern" mehr als 15 Millionen Deutsche.

Finanzielle Zulagen vom Staat

Großer Vorteil der Riester Rente: Wer in einen Riester Vertrag einzahlt, erhält finanzielle Zulagen vom Staat. Damit die Zulagen gezahlt werden, müssen vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens auf den Vertrag eingezahlt werden. Der Mindestbetrag liegt bei 60 Euro. Jeder Sparer erhält dann eine Grundzulage von bis zu 154 Euro. Für Kinder, für die ein Anspruch auf Kindergeld besteht, kommen nochmals je 185 Euro hinzu. Kinder, die nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden, werden mit bis zu 300 Euro gefördert. Die Zulagen werden nicht automatisch gezahlt sondern müssen vom Sparer extra beantragt werden. Die eigene Sparleistung kann der Riester-Sparer bis zu einem Betrag von 2.100 Euro als Vorsorgeaufwendungen geltend machen. Dabei werden die Zulagen von der Steuerersparnis in Abzug gebracht.

Nachteilig an einem Riester Vertrag ist, dass das angesparte Kapital am Ende der Laufzeit nicht in einer Summe ausgezahlt wird. Wer vorher über sein Erspartes verfügen möchte, kann sich maximal 30 Prozent des Geldes auszahlen lassen. Wer seinen Altersruhesitz ins Ausland verlegen möchte, muss damit rechnen, die komplette Förderung zuzüglich der Steuervergünstigungen zurückzahlen zu müssen wenn das Ruhedomizil außerhalb der EU liegt. Auch bei einer vorzeitigen Auflösung des Vertrages muss die bisher erhaltene Förderung wieder zurückgezahlt werden. Ein weiterer Nachteil ist, dass die ausgezahlten Beträge nach dem persönlichen Steuersatz versteuert werden müssen. Auch die Abschlusskosten einer Riester Rente sind in der Regel recht hoch und sorgen in den ersten fünf Jahren zu einer Minderung der Rendite. Im Todesfall kann ein Riester Vertrag nur sehr unflexibel vererbt werden und eine Übertragung ohne Abschläge ist nur auf den Ehegatten möglich.

Rendite der Riester Rente

Studien haben ergeben, dass ein Riester Vertrag sich vor allem dann rechnet, wenn der Sparer ein hohes Alter erreicht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung DIW hat ermittelt, dass ein 35-jähriger, der mit 67 Jahren in Rente geht erst im Alter von 90 Jahren die erwirtschafteten Zinsen und Überschüsse aus dem Riester Vertrag erhält. Problematisch ist vor allem, dass die ohnehin niedrigen Renditen durch die hohen Verwaltungskosten aufgezehrt werden.

Für wen sich "riestern" lohnt

Eine Riester Rente ist vor allem diejenigen geeignet, die auch über einen langen Zeitraum in der Lage sind, den vollen Mindestbetrag zu sparen, um in den Genuss der staatlichen Zulagen zu kommen. Für Anleger, die die staatlichen Zulagen nicht abfordern, lohnt sich eine Riester Rente nicht. Für Sparer, die ihren Lebensabend im Ausland verbringen wollen und bei Rentenbeginn eine größere Summe Geldes zur Verfügung haben wollen, ist die Riester Rente aufgrund ihrer Auszahlungsmodalitäten weniger geeignet. Hausfrauen oder Erwerbslose, die den Eigenbeitrag leisten, können von den staatlichen Zulagen profitieren und so für die spätere Rente vorsorgen.

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